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Caló des Moro: Parken, Fußweg und die beste Uhrzeit für die Bucht

Caló des Moro: Parken, Fußweg und die beste Uhrzeit für die Bucht

8 Min. LesezeitAktualisiert am Von Antoon

Foto: Olaf Tausch, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Inhalt
  1. Warum die Bucht Caló des Moro so berühmt ist
  2. Caló des Moro: Parken ohne Strafzettel
  3. Zu Fuß: der Weg hinunter zur Bucht
  4. Vor Ort: Instagram gegen Wirklichkeit
  5. Mein Tipp: weiter zur Cala s’Almunia
  6. Beste Uhrzeit: wann die Caló des Moro fast leer ist
  7. Was du vor dem Besuch wissen musst
  8. Essen und Trinken in der Nähe
  9. Lohnt sich die Caló des Moro auf Mallorca?
  10. Häufige Fragen

Die Caló des Moro ist die Bucht, die du von unzähligen Mallorca-Fotos kennst: glasklares Wasser zwischen zwei weißen Kalkfelsen, oben Pinien. Mit diesem Bild wird Mallorca verkauft, und vielleicht hat genau dieses Bild dich dazu gebracht, den Flug zu buchen.

Was das Foto nicht zeigt: die Autoschlange, die Hitze auf dem Zugangsweg und das Handtuch des Nachbarn, das dir unten fast im Gesicht liegt. Die Caló des Moro (manchmal auch Caló d’es Moro geschrieben) ist wohl die schönste Bucht der Insel, aber sie will verdient sein. Sie kann der beste Moment deines Urlaubs werden oder der schlimmste, wenn du einfach so losfährst.

Ich war vor Kurzem wieder dort, um diesen Guide zu aktualisieren. Hier liest du, wie du den Besuch richtig angehst: Parken, Fußweg, beste Uhrzeit und was dich unten erwartet.

Warum die Bucht Caló des Moro so berühmt ist

Strände gibt es auf Mallorca genug, unsere Auswahl der schönsten Strände Mallorcas zeigt es. Warum also ausgerechnet hier drängeln? Vor Ort hört man oft denselben Vergleich: Das Wasser sieht aus wie „Gatorade“ oder wie ein gechlortes Schwimmbad. Das ist keine Übertreibung, sondern Physik.

Der Grund der Bucht besteht nicht aus dunklem Fels oder Algen, sondern aus sehr feinem, weißem Kalksand. Eine seltene Kombination. Steht die Sonne hoch, vor allem zwischen 11 und 14 Uhr, wirkt dieser Sand wie ein riesiger Reflektor. Er wirft das Licht durch das Wasser zurück an die Oberfläche, und die Bucht scheint von unten zu leuchten.

Dazu kommen die hohen Felswände, die das Wasser vor dem Wind schützen: Die Oberfläche ist oft spiegelglatt. Das Ergebnis ist ein natürliches Aquarium. Kein Hotel, keine Liegen, keine Werbeschirme. Mallorca wie vor 50 Jahren, nur mit deutlich mehr Leuten.

Türkises Wasser in der Bucht Caló des Moro zwischen Kalkfelsen
Das türkise Wasser der Caló des Moro

Ein Hotspot war die Caló des Moro nicht immer. Bis in die 90er-Jahre war sie das gut gehütete Geheimnis der Leute aus Santanyí. Kein Instagram, keine Geotags: Man stieg sonntags mit der Familie und riesigen Kühlboxen hinunter. Auch die Erosion hat Spuren hinterlassen. Vor dreißig Jahren war der Sandstrand deutlich breiter. Heute holt sich das Meer den Strand zurück, deshalb ist Platz hier so knapp.

Caló des Moro: Parken ohne Strafzettel

Vergiss gleich die Idee, möglichst nah an der Bucht zu parken. Vor einigen Jahren ging das noch, aber die Gemeinde Santanyí hat dem zu Recht einen Riegel vorgeschoben, um die Anwohner des kleinen Weilers Cala Llombards zu schützen.

Heute sind die Regeln streng, und die Ortspolizei versteht keinen Spaß. Das ganze Wohngebiet neben der Bucht ist Anwohnern vorbehalten. Überall siehst du gelbe Linien und Verbotsschilder. Riskier es nicht: Das Bußgeld kommt schnell, und im Sommer wird abgeschleppt.

Die einzige sinnvolle Lösung ist der kostenlose Parkplatz, der eigens für Besucher angelegt wurde. Er liegt ein gutes Stück oberhalb, an der Straße nach Cala Llombards. Er ist groß, füllt sich aber rasend schnell. Ist die Schranke unten oder winkt dich ein Ordner weiter, versuch es gar nicht erst: Der Parkplatz ist voll.

Deshalb ist hier ein kleiner Mietwagen von Vorteil. Er kommt besser durch als ein großer SUV.

Zu Fuß: der Weg hinunter zur Bucht

Steht das Auto, geht es zu Fuß weiter, rund 15 bis 20 Minuten. Zieh feste Schuhe an, keine Flip-Flops.

Zuerst läufst du auf der asphaltierten Straße durch die Siedlung (Carrer des Castellet), dann biegst du auf einen naturbelassenen Pfad ab. Ab hier wird es mühsamer: Der Weg ist erdig, staubig und voller Wurzeln. Im Hochsommer duften die aufgeheizten Pinien herrlich, aber Schatten gibt es kaum, und die Hitze ist enorm.

Zum Strand hinunter geht es über eine ziemlich steile Felstreppe. Hier staut es sich oft: Die einen steigen hoch, die anderen runter, manche bleiben für ein Foto stehen. Geduld hilft. Bist du mit älteren Menschen oder kleinen Kindern im Kinderwagen unterwegs, kehr um: Der Zugang ist für sie überhaupt nicht geeignet. Familien empfehle ich den Nachbarstrand Cala Llombards: Du kommst direkt mit dem Auto hin, und es gibt feinen Sand.

Vor Ort: Instagram gegen Wirklichkeit

Unten ist der Blick großartig. Aber du merkst schnell das Entscheidende: Der Strand ist winzig.

Je nach Jahr und Winterstürmen ändert sich die Sandmenge. Mal gibt es 20 Meter Strand, mal kaum 5 Meter. Die meisten Besucher landen auf den höher gelegenen Felsen oder in Nischen der Felswand. Bequem ist das nicht: Du sitzt auf Stein, rollst das Handtuch zum Kissen zusammen und versuchst, nicht abzurutschen.

Die Stimmung ist besonders. Hier spielt niemand Ball oder Strandtennis. Man schaut und man schwimmt. Die Felswände werfen den Schall zurück, und es herrscht ein ständiges Stimmengewirr in allen Sprachen.

Das perfekte Foto von der Caló des Moro

Ehrlich gesagt kommen 80 % der Besucher nur für „das“ Foto. Wegen der harten Kontraste ist es aber gar nicht so einfach. Ich habe viele Leute mit überbelichteten Bildern enttäuscht wieder gehen sehen.

Willst du das bekannte Foto von oben, auf dem die Boote zu schweben scheinen, geh nicht gleich zum Strand hinunter. Der beste Fotospot liegt am Pfad entlang der rechten Klippe (mit Blick aufs Meer). Dort gibt es einen kleinen Felsvorsprung, oft umlagert, mit dem perfekten Blickwinkel.

Das Licht: Die Falle ist der Schatten. Die Bucht ist nach Südosten ausgerichtet und tief eingeschnitten, deshalb liegt der Strand selbst im Sommer schon ab 16 oder 17 Uhr im Schatten der rechten Felswand. Am späten Nachmittag ist das Wasser nicht mehr türkis, sondern dunkelblau. Für das türkise Lagunen-Foto ist die beste Zeit zwischen 10 und 14 Uhr, wenn die Sonne hoch steht und den Grund ausleuchtet.

Vorsicht auch mit Filtern. Die Farbe ist von Natur aus so kräftig, dass ein „Vivid“- oder „Warm“-Filter auf dem Handy unecht wirkt. Die Caló des Moro braucht keine Nachhilfe.

Mein Tipp: weiter zur Cala s’Almunia

Die meisten Besucher machen an der Caló des Moro ihr Foto, schwimmen eine halbe Stunde und gehen erschöpft vom Gedränge wieder. Das ist ein Fehler.

Ein kleiner Pfad verbindet die Bucht mit der Cala s’Almunia, der alten Fischerbucht. Dort gibt es keinen Sand, sondern Slipanlagen für die Boote und glatten, von den Wellen geformten Fels.

Die Fischerbucht Cala s’Almunia neben der Caló des Moro

Hier geht es viel entspannter zu. Die Einheimischen springen gern von den Felsen. Es gibt auch einen schönen natürlichen Felsbogen (Es Maquer), unter dem du durchschwimmen kannst. Hier klingt mein Vormittag oft aus: Nach dem trubeligen Bad in der Caló des Moro trockne ich in Ruhe in der Sonne.

Beste Uhrzeit: wann die Caló des Moro fast leer ist

Zwei Zeitfenster helfen dir, dem größten Andrang aus dem Weg zu gehen.

Die erste Möglichkeit: früh aufstehen. Sei spätestens um 8 Uhr am Parkplatz. Du gehst in der Morgenkühle hinunter und findest die Bucht fast leer vor. Das ist der beste Moment des Tages: Das Wasser ist spiegelglatt, es ist völlig still. Gegen 10 Uhr kommen die Besucher in Wellen. Das ist dein Zeichen zum Aufbruch.

Die zweite, riskantere, aber lohnende Möglichkeit ist der frühe Abend, gegen 18:30 oder 19 Uhr. Die meisten sind zum Abendessen ins Hotel zurückgefahren. Das Licht ändert sich, die Felsen leuchten golden. Weil die Bucht tief eingeschnitten und nach Südosten ausgerichtet ist, erreicht der Schatten den Strand allerdings schon am Nachmittag. Direkte Sonne auf dem Sand hast du dann nicht mehr, das Wasser ist aber noch warm.

Was du vor dem Besuch wissen musst

Drei Punkte, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Erstens gibt es keinerlei Service: keine Bar, keinen Eisverkäufer und vor allem keine Toiletten. Plane das vorher ein und nimm mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit.

Zweitens der Müll. Am Strand gibt es keine Mülleimer, denn er liegt in einem geschützten Naturgebiet. Alles, was du mitbringst, nimmst du wieder mit nach oben. Leider findet man oft Flaschen zwischen den Felsen. Gehör nicht dazu.

Drittens: Drohnen. Die Versuchung ist groß, aber die Regeln auf den Balearen sind streng, vor allem über Menschenmengen und Schutzgebieten. In Spanien gelten für jeden Drohnenflug die Vorschriften der Luftfahrtbehörde AESA (Registrierung als Betreiber, Flugbeschränkungsgebiete). Informier dich, bevor du startest.

Essen und Trinken in der Nähe

Nach dem Aufstieg in der prallen Sonne und 20 Minuten Fußweg durch den Staub hast du garantiert Hunger und Durst. Da es vor Ort nichts gibt, hier mein üblicher Plan, damit du nicht planlos herumfährst.

Willst du in der Gegend bleiben, fahr hinauf nach Cala Llombards. Viel gibt es dort nicht, aber das Nötige. Für lokale Atmosphäre: die kleine Dorfbar, ein kühles Bier und ein „Pa amb Oli“ (Brot mit Tomate und Olivenöl). Einfach, günstig und genau das Richtige danach.

Nimmst du 10 Minuten Autofahrt in Kauf, fahr nach Santanyí, einem der schönsten Orte im Süden. Das ist die schickere Variante fürs Mittagessen. An Markttagen (mittwochs und samstags vormittags) ist es dort sehr voll, an den anderen Tagen sehr angenehm. Ich halte gern im Restaurant Es Cantonet an, mediterrane Küche zwischen alten Steinmauern, oder hole mir einfach ein handgemachtes Eis an der Plaza Mayor und schaue dem Treiben zu.

Restaurant Es Cantonet in Santanyí
In diesem Restaurant, 10 Minuten von der Caló des Moro, isst du richtig gut.

Noch eine Möglichkeit, wenn du Lust auf Meer hast, aber mit mehr Komfort: der Chiringuito an der Cala Llombards, dem Nachbarstrand. Dort gibt es gegrillten Fisch mit den Füßen im Sand und eine schöne Aussicht, ohne harte Felsen. Hier beende ich den Tag oft, als Belohnung für die Mühe an der Caló des Moro.

Lohnt sich die Caló des Moro auf Mallorca?

Ja. Sie gehört ohne Zweifel zu den schönsten Orten am Mittelmeer. Allein die Farbe des Wassers ist die Reise wert.

Komm aber nicht für einen gemütlichen Strandtag mit Buch. Komm für den Anblick und das Bad im natürlichen Aquarium, und nimm die Umstände in Kauf. Suchst du Komfort und Platz, fahr lieber nach Es Trenc oder an die Cala Mesquida. Suchst du ursprüngliche Schönheit und läufst du gern, dann los, aber stell dir den Wecker. Weitere Ideen für deine Tage auf der Insel findest du in unserem Guide zu den Sehenswürdigkeiten auf Mallorca.

Häufige Fragen

Wo kann man an der Caló des Moro parken?

Auf dem kostenlosen Besucherparkplatz oberhalb der Bucht, an der Straße nach Cala Llombards. Die Siedlung daneben ist Anwohnern vorbehalten, Bußgelder kommen schnell, und im Sommer wird abgeschleppt.

Wie lange läuft man zur Caló des Moro?

Etwa 15 bis 20 Minuten: erst auf der Straße durch die Siedlung (Carrer des Castellet), dann auf einem schattenarmen Erdpfad und über eine steile Felstreppe. Für Kinderwagen und ältere Menschen ist der Weg nicht geeignet.

Wann ist die beste Uhrzeit für die Caló des Moro?

Sei spätestens um 8 Uhr am Parkplatz, bevor gegen 10 Uhr der Andrang beginnt. Für das türkise Wasser ist die beste Zeit zwischen 10 und 14 Uhr, ab 16 oder 17 Uhr liegt der Strand im Schatten.

Wo liegt die Caló des Moro?

In der Gemeinde Santanyí im Süden Mallorcas, beim kleinen Weiler Cala Llombards. Bis in den Ort Santanyí sind es etwa 10 Minuten mit dem Auto.

Gibt es an der Caló des Moro Toiletten oder eine Bar?

Nein: keine Bar, keine Toiletten, keine Mülleimer. Nimm mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit und deinen Müll wieder mit nach oben.

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