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Sóller auf Mallorca: Anreise, Sehenswertes und der Weg zum Hafen

Sóller auf Mallorca: Anreise, Sehenswertes und der Weg zum Hafen

7 Min. LesezeitAktualisiert am Von Antoon

Foto: Isiwal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Inhalt
  1. Wie kommst du nach Sóller auf Mallorca?
  2. Sehenswertes im Ort Sóller: das Erbe der „Franzosen“
  3. Die orangefarbene Straßenbahn: Mythos oder Touristenfalle?
  4. Port de Sóller: das Meer zwischen den Bergen
  5. Essen in Sóller: was du im Tal probieren solltest
  6. Biniaraix und der Barranc: raus aus dem Trubel
  7. Parken in Sóller: So vermeidest du den Strafzettel
  8. Häufige Fragen

Sóller auf Mallorca hat dem Rest der Insel jahrhundertelang den Rücken gekehrt. Eingeschlossen in ihrem eindrucksvollen Bergkessel in der Serra de Tramuntana, nahmen die Bewohner lieber das Schiff nach Marseille, als mit dem Maultier über die Pässe zu ziehen. Das Ergebnis dieser Abgeschiedenheit: ein Ort, der keinem anderen auf der Insel gleicht, geprägt von bürgerlicher Eleganz, finanziert im 19. Jahrhundert durch den massenhaften Export von Orangen und Zitronen nach Frankreich.

Heute hat der Straßentunnel die Isolation beendet, aber der Geist ist geblieben. Sóller hat zwei Gesichter: einen Ort mit üppiger Architektur am Fuß der höchsten Gipfel der Insel und einen halbmondförmigen Hafen, der vom Lärm der Welt abgeschirmt zu sein scheint. Wer versteht, wie das Tal funktioniert, entgeht leichter den Menschenmassen. So planst du deinen Besuch.

Wie kommst du nach Sóller auf Mallorca?

Bevor es um den Ort geht, klären wir die Anreise. Sie ist die erste wichtige Entscheidung deines Tages.

Mit dem Roten Blitz ab Palma: Lohnt sich das?

Er ist eine der gefragtesten Attraktionen Mallorcas. Der Rote Blitz mit seinen Wagen aus Mahagoni und Messing verbindet seit 1912 die Plaza de España in Palma mit Sóller. Die Fahrt dauert eine Stunde, führt durch 13 von Hand gegrabene Tunnel und schlängelt sich durch Mandelhaine. Hin- und Rückfahrt kosten 30 € (40 € mit der Straßenbahn bis zum Hafen). Lohnt es sich? Wenn du Slow Travel und Vintage-Fotos liebst, ist es ein tolles Erlebnis. Hast du aber schon einen Mietwagen, kostet dich die Zugfahrt hin und zurück einen halben Tag Flexibilität.

Der Tipp der Einheimischen: TIB-Bus und kostenloser Tunnel

Ist dir die Eisenbahnromantik den Preis nicht wert, gibt es eine einfache Lösung. Der Straßentunnel von Sóller, lange der teuerste Spaniens, ist seit 2017 kostenlos.

Verkehrsmittel (ab Palma) Fahrzeit Kosten Meine Meinung
Historischer Holzzug 1 Stunde ca. 30 € (hin und zurück) Wunderschön, aber zeitaufwendig.
Mietwagen durch den Tunnel 35 Minuten kostenlos (zzgl. Benzin) Freiheit, aber Vorsicht beim Parken.
TIB-Bus 204 (Busbahnhof Intermodal) 35 Minuten ein paar Euro (mit Bankkarte günstiger) Am günstigsten, schnell und klimatisiert.

Sehenswertes im Ort Sóller: das Erbe der „Franzosen“

Sobald du im Zentrum stehst, merkst du den Unterschied zu Orten wie Valldemossa. Keine schlichten, weiß gekalkten Fischerhäuser. Die Familien, die Ende des 19. Jahrhunderts aus Frankreich zurückkehrten, brachten den Modernisme mit, den spanischen Jugendstil. Dieser Reichtum aus der Emigration hat das Ortsbild buchstäblich neu gezeichnet.

Plaça de sa Constitució und die Kirche Sant Bartomeu

Modernistische Fassade aus grauem Stein der Kirche Sant Bartomeu im Zentrum von Sóller, vor den Bergen der Serra de Tramuntana
Die eindrucksvolle Fassade der Kirche Sant Bartomeu: eine architektonische Ausnahme zwischen Gotik und Jugendstil, die das Herz des Orts beherrscht.

Die Hauptbühne ist die Plaça de sa Constitució. Hier fährt die Straßenbahn so knapp vorbei, dass sie fast deine Knie streift, während du deinen Kaffee trinkst. Schau dir die Fassade der Kirche Sant Bartomeu genau an. Mit der traditionellen mallorquinischen Gotik hat sie nichts gemein. Sie stammt von Joan Rubió i Bellver, einem direkten Schüler von Antoni Gaudí. Die Formen des grauen Steins wirken organisch, fast lebendig. Eines der schönsten Beispiele katalanischen Jugendstils außerhalb Barcelonas.

Can Prunera und versteckte Innenhöfe

Bleib nicht auf dem Hauptplatz stehen. Geh die Carrer de sa Lluna hinauf, die Einkaufsstraße des Orts. Lass die Läden mit importiertem Krimskrams links liegen und such das Museum Can Prunera, ein ehemaliges Herrenhaus, das heute eine Kunstgalerie ist. Allein die Wendeltreppe und die originalen Bleiglasfenster, die vom Größenwahn jener Zeit erzählen, lohnen den Besuch.

Wirf auch einen Blick in die Eingänge der Wohnhäuser. Durch die schweren Holztüren siehst du oft offene Innenhöfe mit kunstvoll gemusterten Zementfliesen und versteckten Gärten, in denen natürlich Orangenbäume wachsen.

Die orangefarbene Straßenbahn: Mythos oder Touristenfalle?

Der alte Zug von Sóller in den Bergen der Tramuntana
Der alte Zug von Sóller in den Bergen der Tramuntana.

Nach dem Bummel über das glänzende Pflaster ruft das Meer. Zur Küste fährt die orangefarbene Straßenbahn, seit 1913 in Betrieb.

Reden wir offen über den Preis: 10 € für eine einfache Fahrt über 5 Kilometer sind sehr teuer. Lohnt sie sich trotzdem? Ja, für ein einziges Mal. Für das schrille Quietschen von Metall auf Schienen, wenn sie auf dem Platz in die Kurve geht, und für das Gefühl, durch Hinterhöfe zu fahren und an Trockenmauern entlangzustreifen.

Mein Tipp: Nimm die Straßenbahn bergab zum Hafen, der Blick hinunter aufs Meer ist spektakulärer. Zurück in den Ort nimmst du den TIB-Bus 204.

Gehst du lieber zu Fuß, ist der Camí de Sa Figuera die kostenlose Alternative. Der Weg durch die Obstgärten verbindet den Ort in 45 Minuten auf ebener Strecke mit dem Hafen, und den Duft der Orangenblüten nimmst du hier viel intensiver wahr als von der Holzbank der Straßenbahn aus.

Port de Sóller: das Meer zwischen den Bergen

Panoramablick auf Port de Sóller auf Mallorca mit vielen Booten im Naturhafen, dem Ort am Meer und der Serra de Tramuntana im Hintergrund
Der hufeisenförmige Naturhafen von Sóller, geschützt von den Bergen. Hier endet die orangefarbene Straßenbahn.

Bei der Ankunft liegt Port de Sóller als perfektes Hufeisen vor dir. Es ist einer der ganz wenigen Naturhäfen an der felsigen Nordküste Mallorcas, deshalb wurde er im 16. Jahrhundert heftig gegen Piratenüberfälle verteidigt. Das Wasser ist meist ruhig, geschützt durch die Bucht.

Verlass schnell die Hauptpromenade (Passeig des Traves) mit ihren Touristenmenüs. Geh direkt hinauf ins Viertel Santa Catalina. Die Gassen sind steil, die Seemannshäuser viel ursprünglicher. Nahe dem Oratorium ist der Blick aufs offene Meer am eindrucksvollsten.

Hast du noch Energie, lauf 20 Minuten zum Leuchtturm Muleta. Dort bist du am Ende der Welt: auf der einen Seite die geschlossene, ruhige Bucht, auf der anderen das offene Meer, das gegen schwindelerregend hohe Klippen brandet. Der beste Ort der Gegend, um die Sonne im Meer versinken zu sehen.

Essen in Sóller: was du im Tal probieren solltest

Sóller ist Gemüsegarten und Speisekammer der Insel zugleich. Lass dir den Tag nicht von einem schlechten Restaurant verderben.

Der Star: die Gamba Roja de Sóller

Sie ist das Aushängeschild des Tals. Die leuchtend rote Garnele ist anders, weil sie in sehr tiefen Meeresgräben vor der Nordküste lebt. Ihr Fleisch ist von Natur aus süßlich, fast cremig. Die goldene Regel: Man isst sie nur „a la plancha“, mit einer Prise grobem Salz. Meide Lokale, die sie in Knoblauchsoße ertränken. Die Einheimischen saugen den Kopf aus, denn dort steckt der intensivste Geschmack nach Meer. Frag immer nach dem Preis pro 100 g, bevor du bestellst: Er schwankt je nach Tagesfang stark.

Orangen, Eis von Fet a Sóller und das Geheimnis des Saïm

Saft aus der Flasche bestellst du hier besser nicht. Echter Saft wird vor deinen Augen gepresst. Noch einen Schritt weiter gehst du bei Fet a Sóller. Die Institution verarbeitet Mandeln und Zitrusfrüchte der örtlichen Kooperative. Ihr Orangeneis enthält echte Stücke kandierter Schale, die den Geschmack völlig verändern.

In den Bäckereien siehst du Ensaïmadas. Das Geheimnis ihres blättrigen, elastischen Teigs ist der Saïm, Schmalz vom mallorquinischen schwarzen Schwein. Sehr reichhaltig, aber der offizielle Treibstoff nach einem Wandertag.

Biniaraix und der Barranc: raus aus dem Trubel

Wanderer auf dem gepflasterten Trockenmauerweg im Barranc de Biniaraix in der Serra de Tramuntana bei Sóller
Der berühmte Barranc de Biniaraix: Aufstieg auf jahrhundertealten Steinwegen mitten in der Serra de Tramuntana.

Dieser Ausflug ist anstrengender als der Bummel durchs Zentrum. Wird dir das Gedränge auf dem Hauptplatz zu viel, geh 15 Minuten bergauf. Dann erreichst du Biniaraix.

Der winzige Steinweiler wirkt wie im 17. Jahrhundert stehen geblieben. Keine Läden, kein Motorenlärm, nur das gleichmäßige Rauschen des Wassers in den alten maurischen Bewässerungskanälen. Hier beginnt der Barranc de Biniaraix, eine berühmte Schlucht, durch die ein langer Stufenweg aus Trockenstein hinaufführt. Der Aufstieg ist schweißtreibend. Doch schon nach dem ersten Abschnitt öffnet sich unter dir das Tal von Sóller wie ein riesiger grün-goldener Teppich.

Parken in Sóller: So vermeidest du den Strafzettel

Einen Mietwagen in Sóller zu parken ist Kampfsport. Das historische Zentrum ist Fußgängerzone oder Anwohnern mit Parkausweis vorbehalten. Die Kontrolleure erkennen Mietwagen auf den ersten Blick.

Versuch es nie mit „nur fünf Minuten“ in der Nähe des Bahnhofs. So findest du garantiert ein Knöllchen über 90 € unter dem Scheibenwischer.

Am sichersten ist der Parking Cetre oder die Randbereiche der Carrer de Cetre, wenn du vor 9:30 Uhr ankommst. Noch entspannter ist der Tipp von oben: Lass das Auto am Hotel und komm mit dem TIB-Bus aus Palma. Du sparst dir die Parkgebühr und den kalten Schweiß beim unmöglichen Einparken.

Nimm dir Zeit für das Tal und plane einen ganzen Tag ein, um seine Gegensätze zu erleben. Weitere Ziele auf der Insel findest du in unserem Guide zu den Sehenswürdigkeiten auf Mallorca.

Häufige Fragen

Wie kommt man von Palma nach Sóller?

Drei Möglichkeiten: der historische Zug ab der Plaza de España (1 Stunde, 30 € hin und zurück), das Auto durch den Tunnel (35 Minuten) oder der TIB-Bus 204 ab dem Busbahnhof Intermodal (35 Minuten, ein paar Euro, mit Bankkarte günstiger).

Kostet der Tunnel von Sóller Maut?

Nein. Der Straßentunnel von Sóller, lange der teuerste Spaniens, ist seit 2017 kostenlos.

Wie kommt man von Sóller zum Hafen?

Mit der orangefarbenen Straßenbahn (10 € für die einfache Fahrt) oder kostenlos zu Fuß über den Camí de Sa Figuera durch die Obstgärten, in etwa 45 Minuten.

Was kann man in Sóller unternehmen?

Plaça de sa Constitució und Kirche Sant Bartomeu, Museum Can Prunera, mit der Straßenbahn zum Hafen, hinauf ins Viertel Santa Catalina und 20 Minuten zu Fuß zum Leuchtturm Muleta für den Sonnenuntergang. Den Weiler Biniaraix erreichst du in 15 Minuten.

Wo parkt man in Sóller?

Das historische Zentrum ist Fußgängerzone oder Anwohnern vorbehalten. Am besten nimmst du den Parking Cetre oder die Bereiche an der Carrer de Cetre und kommst vor 9:30 Uhr.

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