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Valldemossa auf Mallorca: Kartause, Coca de Patata und Parken

Valldemossa auf Mallorca: Kartause, Coca de Patata und Parken

9 Min. LesezeitAktualisiert am Von Antoon

Foto: Isiwal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Inhalt
  1. Wo liegt Valldemossa?
  2. Warum alle nach Valldemossa wollen
  3. Die Kartause von Valldemossa: Lohnen sich die 12,50 €?
  4. Coca de Patata: mehr als ein süßes Brötchen
  5. Sehenswürdigkeiten in Valldemossa abseits des Trubels
  6. Aktivitäten in Valldemossa: Wandern auf dem Camí de s’Arxiduc
  7. Parken in Valldemossa: Parking und beste Uhrzeit
  8. Häufige Fragen

Wäre Mallorca ein Instagram-Account, dann wäre Valldemossa sein Profilbild. Der Ort, oft auch Valdemossa geschrieben, gehört zu den meistfotografierten der Insel: goldene Steine, die bei Sonnenuntergang die Farbe wechseln, flaschengrüne Fensterläden, ein grünes Tal und der berühmte türkise Kirchturm, an dem sich Hobbyfotografen die Zähne ausbeißen.

Im 19. Jahrhundert zogen sich Frédéric Chopin und George Sand hierher zurück, auf der Flucht vor den Pariser Salons und vor der Tuberkulose. Heute ist es ironischerweise der am wenigsten „versteckte“ Ort der Insel. Im Juli um 11 Uhr ist die Hauptstraße (Via Blanquerna) so voll wie eine U-Bahn zur Rushhour, nur heißer.

Ist Valldemossa also eine Touristenfalle? Nein. Die Architektur ist von seltener Schönheit. Aber um den Ort ohne Ellbogeneinsatz zu genießen, brauchst du einen Plan. Hier ist er: die besten Uhrzeiten, das Gebäck, das du nicht verpassen solltest, und wie du dem Parkchaos entgehst.

Kurz und knapp:

  • Kultur: die Kartause (Cartoixa). Sie kostet Eintritt, aber Chopins Klavier und die Apotheke der Mönche sind einzigartig.
  • Süßes: die Coca de Patata bei Ca’n Molinas. Fettig, süß, eine Institution.
  • Aussicht: der Aussichtspunkt Miranda des Lledoners. Kostenlos und oft leer.
  • Parken: Komm vor 9:30 Uhr oder nach 17:30 Uhr. Dazwischen wird es zum Nervenkrieg.

Wo liegt Valldemossa?

Valldemossa liegt in der Serra de Tramuntana, dem Gebirge, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Von Palma aus fährt der TIB-Bus 203 hinauf. Vom Aussichtspunkt Miranda des Lledoners erkennst du bei klarer Sicht die Silhouette von Palma am Horizont. Unterhalb des Dorfs, 6 Kilometer weiter unten, liegt Port de Valldemossa, eine kleine Bucht am Meer (mehr dazu unten beim Parken).

In derselben Bergkette liegen auch Sóller und die Serpentinenstraße nach Sa Calobra.

Warum alle nach Valldemossa wollen

Valldemossa ist einer der bekanntesten Orte der Serra de Tramuntana. Dass Busse jeden Tag Tausende Besucher hier ausladen, liegt aber an seinen berühmten Gästen.

Die Geschichte ist bekannt: Im Winter 1838/39 mieteten George Sand (die rebellische Schriftstellerin in Hosen) und Frédéric Chopin (das zerbrechliche Genie) eine Zelle im Kloster. Kleiner Spoiler: Es lief nicht gut. Es regnete den ganzen Winter, die Einheimischen waren misstrauisch, das Essen schlecht. Sand rächte sich mit dem Buch Ein Winter auf Mallorca, ziemlich bissig und heute in jedem Souvenirladen zu haben. Chopin komponierte hier trotz allem einige seiner schönsten Préludes. Diese Mischung aus Romantik, Genie und Pech macht den Ort zum Mythos.

Die Kartause von Valldemossa: Lohnen sich die 12,50 €?

Der Kirchturm der Kartause von Valldemossa mit türkisem Ziegeldach über dem Dorf
Wahrzeichen von Valldemossa: Der türkise Turm der Kartause ist im ganzen Tal zu sehen.

Diese Frage stellt sich jeder vor der Kasse. Viele drehen dort um, abgeschreckt vom Preis von 12,50 €. „Schon wieder ein altes Kloster mit Eintritt“, hört man. Schade. Wer die Cartoixa betritt, macht eine Zeitreise. Sobald die schwere Tür zufällt, verstummt der Lärm der Caféterrassen am Hauptplatz. Auch die Temperatur ändert sich: Die dicken Steinmauern halten es selbst im August angenehm kühl.

Die Apotheke: ein Ausflug ins 17. Jahrhundert

Oft der erste Wow-Moment des Rundgangs. Das ist kein einfacher Arzneischrank, sondern eine komplette Apotheke, die seit Jahrhunderten unverändert ist. Die dunklen Holzregale biegen sich unter Hunderten Gefäßen aus Keramik und mundgeblasenem Glas. Schau genau hin: Die lateinischen Aufschriften erzählen von einer Zeit, in der man alles mit Pflanzen aus der Tramuntana behandelte. Das Holz riecht noch leicht nach getrockneten Kräutern. Einer der fotogensten Räume, aber lass den Blitz aus.

Die Mönchszellen: Luxus der Einsamkeit

Vergiss das Bild der winzigen Zelle mit Strohbett. Die Kartäusermönche lebten zwar zurückgezogen, aber in echten kleinen Villen. Jede Zelle ist eine Wohnung mit mehreren Räumen und vor allem einem eigenen Terrassengarten.

Hier trifft Geschichte auf Legende. In Zelle Nr. 4 siehst du das Pleyel-Klavier von Frédéric Chopin (Zelle Nr. 2 und Nr. 4 zeigen beide Erinnerungsstücke an den Aufenthalt des Paares). Es war wochenlang von Paris hierher unterwegs, aufgehalten von Zoll und Regen, und diente am Ende zum Komponieren von Meisterwerken. Man stellt sich Chopin vor, krank und durchgefroren, wie er aus dem kleinen Fenster in den Regen über dem Tal blickt. Dieses alte Klavier in dem kargen Raum gibt den Préludes, die du später hörst, eine ganz neue Tiefe.

Der Palast von König Sancho und das Klavierkonzert

Zum Schluss geht es in den Palacio del Rey Sancho. Wandteppiche und Möbel sind beeindruckend, doch der eigentliche Star ist die Akustik. In deinem Ticket ist ein Klavierkonzert von rund 15 Minuten enthalten. Ja, da muss jeder Tourist durch. Aber wenn die ersten Töne des Abschiedswalzers unter den Gewölben erklingen, steht die Zeit still. Kurz, aber genug, um zu verstehen, warum dieser Ort Chopin bis an sein Lebensende nicht losließ.

Mein Tipp: Stell dich nicht 20 Minuten in der prallen Sonne an der Kasse an. Kauf dein Ticket online, während du deine Coca de Patata isst. Du gehst mit einem zufriedenen Lächeln an der Schlange vorbei und hast die besten Plätze beim Konzert.

Coca de Patata: mehr als ein süßes Brötchen

Wenn du Valldemossa ohne Puderzucker auf der Nasenspitze verlässt, hast du etwas verpasst. Kalorien zählt hier niemand. Man kommt für die Coca de Patata, die große Spezialität des Dorfs.

Warum Kartoffeln?

Das fragt jeder. Keine Sorge: Nach Kartoffel schmeckt sie überhaupt nicht. Gekochte Kartoffeln ersetzen einen Teil des Mehls im Teig. Warum? Weil die Stärke die Feuchtigkeit besser hält als jede andere Zutat. Das Gebäck wird fluffig, fast wie eine Wolke, und trocknet nicht aus. Dazu kommen Zucker, Eier und Schmalz (das mallorquinische Saïm), fertig ist die süße Kalorienbombe.

Coca de Patata mit Puderzucker, die Spezialität von Valldemossa
Die echte Coca de Patata von Ca’n Molinas. Der Puderzucker gehört dazu.

Die Institution: Ca’n Molinas

Lass dich nicht von den glänzenden Vitrinen der Cafés an der Hauptstraße verführen. Der Tempel der Coca versteckt sich in einer schmalen Gasse: Ca’n Molinas (Carrer de la Rosa, 4).

Die Familienkonditorei wurde 1920 gegründet und hat sich kaum verändert. Schon an der Tür riecht es nach Hefe und warmem Zucker. Mein Rat: Lass dir deine Coca nicht einpacken. Frag nach einem Platz im Innenhof, einem kleinen versteckten Garten im Schatten von Zitronenbäumen und Kletterpflanzen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Der ruhigste Ort im Dorf für eine Pause.

So isst du sie wie die Einheimischen

Es gibt zwei Varianten, je nach Jahreszeit:

  1. Im Winter (oder bei grauem Wetter): mit einer heißen Schokolade. Gemeint ist spanische Schokolade: dick, dunkel und cremig. Die Coca dient als Schwamm. Man reißt sie mit der Hand ab und tunkt sie großzügig ein.
  2. Im Sommer: mit einer Mandel-Horchata (eisgekühlte Mandelmilch) oder einer Kugel Eis aus mallorquinischen Mandeln. Der Gegensatz zwischen lauwarmem Gebäck und kalter Mandel macht süchtig.

Noch ein Tipp: Willst du am nächsten Tag wandern, kauf vor der Abfahrt bei Ca’n Molinas zwei oder drei Stück. Dank der Kartoffel bleiben sie auch nach 24 Stunden weich. Das perfekte Frühstück für den Camí de s’Arxiduc.

Sehenswürdigkeiten in Valldemossa abseits des Trubels

Wenn du aus der Kartause kommst, ist die Versuchung groß, dem Strom zur Via Blanquerna zu folgen. Widersteh ihr. Die Seele von Valldemossa findest du weiter unten. Nimm irgendeine Gasse zu deiner Linken, die ins Tal hinunterführt.

Die Stimmung ändert sich schlagartig. Nach zwei Minuten verstummen die Reisegruppen, und du hörst nur noch die Stille der Berge. Hier, im Viertel um die Kirche Sant Bartomeu, verstehst du, warum die Mallorquiner so stolz auf ihr Dorf sind.

Lass dir Zeit für die Carrer de la Rectoria. Sie ist wohl die meistfotografierte Gasse der Insel, und das zu Recht: Jeder Schritt ist ein Farbenrausch. Die Bewohner pflegen um die Wette Dutzende Blumentöpfe an den Steinmauern. Achte auch auf die Azulejos, die Fliesen neben jeder Haustür. Sie erzählen das Leben der Santa Catalina Thomàs, der Heiligen des Orts. Sie hängen dort nicht für die Touristen, sondern sind gelebte Tradition: Jede Familie bittet um ihren Schutz.

Mirador in Valldemossa: Miranda des Lledoners

Geh weiter bis zum Aussichtspunkt Miranda des Lledoners. Eine steinige Sackgasse, die eilige Reiseführer gern auslassen. Dabei hast du nur von hier den Blick hinunter auf die Anbauterrassen, die „Bancales“, und bei klarer Sicht siehst du Palma am Horizont. Ideal für ein Foto ohne andere Leute im Bild: nur du und die Tramuntana.

Aktivitäten in Valldemossa: Wandern auf dem Camí de s’Arxiduc

Machen deine Waden mit, ist Valldemossa das Tor zu einem Meisterwerk des Wegebaus: dem Camí de s’Arxiduc. Kein einfacher Ziegenpfad, sondern ein gewaltiger, von Trockenmauern gestützter Kammweg, im 19. Jahrhundert angelegt von Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich. Der Exzentriker hatte sich in Mallorca verliebt und ließ den Weg bauen, um über die Gipfel zu reiten und dabei aufs Meer zu blicken.

Der Einstieg will verdient sein. Vom oberen Ende des Dorfs geht es steil durch einen Steineichenwald hinauf. Ganz einfach: Mit Stadtturnschuhen oder Flip-Flops lass es bleiben. Der Boden besteht aus losen Steinen, und der Anstieg ist hart. Rechne mit einer guten Stunde steilem Aufstieg, bevor es richtig schön wird.

Oben auf dem Kamm, ganz nah am Gipfel des Puig des Teix (1.064 m), überblickst du die ganze Küste. Links stürzen die Klippen ins Mittelmeer. Rechts liegt die ganze Ebene Mallorcas bis zu den Buchten von Alcúdia. Eine Landschaft wie am Ende der Welt, in der du nur ein paar erfahrenen Wanderern und Mönchsgeiern begegnest.

Panoramablick vom Camí de s’Arxiduc in der Serra de Tramuntana auf Mallorca, mit felsigem Weg und Mittelmeer im Hintergrund
Der Camí de s’Arxiduc bietet einen der schönsten Ausblicke Mallorcas, zwischen Steilküste und Mittelmeerpanorama.

Die Variante für Familien: Sind dir 5 Stunden Wandern zu viel, geh einfach bis zur Hütte Cairats (oder Son Moragues). Der Weg ist breiter und schattig, und du kommst auf einer Hochebene an, auf der wilde Ziegen grasen. Ideal für ein Picknick mit Tomatenbrot und Ziegenkäse aus dem Dorf.

Parken in Valldemossa: Parking und beste Uhrzeit

Ehrlich gesagt ist Parken in Valldemossa eine Geduldsprobe, die dir in zehn Minuten die Laune verderben kann. Das Dorf ist nicht für Tausende Mietwagen gemacht.

Die Falle Blaue Zone (ORA): In den Hauptstraßen siehst du blau markierte Parkplätze. Verlockend, aber oft riskant. Die Parkzeit ist begrenzt, die Parkautomaten sind manchmal kompliziert, und die Kontrolleure drehen ständig ihre Runden. Ohne viel Glück verbringst du mehr Zeit mit Suchen als mit Genießen.

Die öffentlichen Parkplätze: Am Ortseingang gibt es zwei große (Parking Valldemossa 1 und 2). Das ist die einfachste Lösung, aber Punkt 11 Uhr zeigt die Anzeige regelmäßig „voll“. Wer dann kommt, reiht sich in die Schlange der Autos ein, die verzweifelt im Kreis fahren.

Meine Strategie:

  1. Am frühen Morgen: Komm vor 9:30 Uhr. Du hast freie Platzwahl und siehst das Dorf erwachen: Lieferanten bringen die warmen Cocas, das erste Licht färbt den Kirchturm golden. Das ist das echte Valldemossa.
  2. Am Abend: Komm nach 17:30 Uhr. Kreuzfahrtbusse und organisierte Ausflüge sind dann weg. Der Parkplatz leert sich, die Luft kühlt ab, und du erlebst einen großartigen Sonnenuntergang über den Bergen, bevor du auf einer Terrasse zu Abend isst.

Plan B ohne Auto: Wohnst du in Palma, lass das Auto stehen. Der TIB-Bus 203 ist dein bester Freund. Er fährt vom unterirdischen Busbahnhof an der Plaza España ab. Schnell, klimatisiert, und du sparst dir das Einparken am Hang auf engen Straßen. Zahl einfach mit deiner Bankkarte (beim Ein- und Aussteigen an das Lesegerät halten) und lass dich durch die jahrhundertealten Olivenhaine fahren.

Achtung: Port de Valldemossa

Ein letzter Rat. Schlägt dir dein Navi zum Baden „Port de Valldemossa“ vor, sei vorsichtig. Das ist nicht das Dorf, sondern eine kleine Bucht 6 km weiter unten. Die Straße hinunter ist sehr eng, kurvig und unübersichtlich. Fühlst du dich bei Manövern in Haarnadelkurven am Abgrund nicht wohl, fahr nicht hin. Sichere Fahrer: nur zu. Unten serviert das Restaurant Es Port eine legendäre Paella direkt am Wasser.

Weitere Ideen für deine Reise findest du in unserem Guide zu den Sehenswürdigkeiten auf Mallorca.

Häufige Fragen

Wo liegt Valldemossa?

In der Serra de Tramuntana, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Von Palma fährt der TIB-Bus 203 hin. Vom Aussichtspunkt Miranda des Lledoners siehst du bei klarer Sicht Palma am Horizont.

Wo parkt man in Valldemossa?

Auf einem der beiden großen öffentlichen Parkplätze am Ortseingang (Parking Valldemossa 1 und 2). Gegen 11 Uhr sind sie voll: Komm vor 9:30 Uhr oder nach 17:30 Uhr. Die Blaue Zone (ORA) ist zeitlich begrenzt und stark kontrolliert.

Was kostet die Kartause von Valldemossa?

12,50 €. Im Ticket sind die Apotheke, die Mönchszellen mit Chopins Klavier, der Palast von König Sancho und ein Klavierkonzert von rund 15 Minuten enthalten. Kauf es online, dann sparst du dir die Schlange.

Wo gibt es in Valldemossa die beste Coca de Patata?

Bei Ca’n Molinas, Carrer de la Rosa 4, einer Familienkonditorei von 1920 mit schattigem Innenhof. Im Winter isst man sie mit heißer Schokolade, im Sommer mit Mandel-Horchata oder Mandeleis.

Wie kommt man ohne Auto von Palma nach Valldemossa?

Mit dem TIB-Bus 203 ab dem unterirdischen Busbahnhof an der Plaza España. Du zahlst kontaktlos mit der Bankkarte und hältst sie beim Ein- und Aussteigen an das Lesegerät.

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